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Ich bin doch nicht alt!!!


Alt werden beginnt im Kopf.

Das ist schnell dahin gesagt.

 

Ehrlich gesagt, fühle ich mich manchmal schon alt.
Und dann habe ich wieder das Gefühl, ich könnte die Welt retten und ich wäre 35 Jahre alt.

Manchmal hat das wirklich damit zu tun, wie man mit mir umgeht.  Ich bin jetzt 64 Jahre alt und selbständig. Auf der einen Seite wird von mir erwartet, dass ich arbeite bis 67 Jahre und dann wiederum werden jüngere Menschen für Aufgaben bevorzugt. 

Ich soll fortschrittlich bleiben, aber laufe da manchem 30 jährigen den Rang ab, wenn es um Digitalisierung und technisches Wissen geht. 

Lebenserfahrung ist ja nix Starres. Auch meine Welt verändert sich immer wieder und ich passe mich an.

Flexibilität ist eine Kompetenz. 


Was erwarten wir eigentlich von älteren Menschen?

Laut einer Studie zum Thema Ageismus erwartet die Gesellschaft, dass wir

 

… geistig aktiv bleiben.

… körperlich aktiv bleiben.

… immer auf dem Laufenden bleiben, was die technologische Entwicklung betrifft.

… so lange wie möglich zum Wohl der Gesellschaft beitragen.

… sich damit abfinden, dass sie alt sind, anstatt zu versuchen, jung zu wirken.

… Platz machen für die jüngere Generation, indem sie wichtige berufliche und gesellschaftliche Rollen aufgeben.

… ihre Zeit und Ersparnisse nicht für sich selbst nutzen, sondern um andere zu unterstützen.

… keine Last für andere und die Gesellschaft werden

und wenn man das nicht kann oder will? 


"Artikel 3 Grundgesetz:

 

"Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden."

Da fehlt das Lebensalter.
Laut AGG dem allgemeinen Gleichstellungsgesetz ist auch Diskriminierung aus Altersgründen nicht erlaubt.


Ab wann ist man nun alt?

Da habe sich im Laufe der Generationen wohl die Grenzen verschoben. Ich versuche natürlich auch meine Kunden mit schönen Bildern und Emotionen anzusprechen. Man muss nur aufpassen, dass man damit nicht selbst Stereotypen entwickelt. Denn nicht jeder Menschen ist hipp oder will es sein. Auch hier gilt die Freiheit der Individualität. 

Wissenschaftlerinnen der Medical School Berlin befragten, im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ,2000 Personen zwischen 16 und 96 Jahren, ab wann Sie Menschen als alt bezeichnen würden. 

Ab 61 bist du alt.

 

  • 27 % der Befragten meinten ab 60 würde man als alt bezeichnet.


Das Durchschnittsalter aller Befragten lag dann bei 61 Jahren.
Diese Sichtweise entstammt wohl noch aus einer Zeit in der Menschen noch nicht bis 70 arbeiten mussten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber ehrlich, haben wir nicht selbst im Alter von 18 Jahren alle die über 40 Jahre alt waren als uralt betrachtet?

Finde dich mit deinem Alter ab.

  • 41 Prozent sind der Ansicht, alte Menschen sollten "sich damit abfinden, dass sie alt sind, anstatt zu versuchen, jung zu wirken".

 

Für mich gibt es hier schon ein Diktat auf Verhaltensweisen einer älteren Generation. Wie sieht denn eine älterer Mensch aus und wie soll er sich verhalten? Ist Individualität nicht mehr erlaubt? Oder müssen wir jetzt alle in Eiche rustikal wohnen und beige Jacken tragen? Individuelle Lebensstile sind nicht an ein Alter gebunden. 

Altersgrenze für Politiker

  • 51 Prozent der Befragten sind für eine Regelung, wonach Menschen nur bis zu einem bestimmten Alter, wie etwa bis 70 Jahre, politische Ämter haben dürfen.

Da ist es schon erschreckend wie verbreitet die Ansicht sei, ältere Menschen sollten sich aus der Gesellschaft zurückziehen. Ins stille Kämmerlein wechseln und politische und gesellschaftliche Bereiche den jüngeren Menschen überlassen. 

 

Das wäre fatal. Denn zu beobachten ist, dass die Belange älterer Menschen dann nicht ausreichen berücksichtigt würden. 

Jede Zielgruppe handelt doch meist in eigenem Interesse. 

Ältere Menschen sind nicht fortschrittlich

  • 53 Prozent der Befragten sagen, ältere Menschen trügen nicht entscheidend zum gesellschaftlichen Fortschritt bei.

Vielleicht ist hier gar nicht bewusst, dass die Generation der Babyboomer die schnellste technische und digitale Entwicklung der Geschichte absolviert hat. 

Neben der Einführung des PC im Jahr 1985, wurden Fax, Smartphone und Ipad zu Standards. Die Digitalisierung wurde überwiegend von den Babybommer initiiert und umgesetzt. 


Die Babyboomer-Generation hat eine Reihe von technologischen Entwicklungen durchlaufen. Hier sind einige bemerkenswerte Punkte:

 

  • Computer und Internet: Während die Digital Natives mit Computern und Internet aufgewachsen sind, haben die Babyboomer den Großteil ihres Lebens analog verbracht1. 96 Prozent der 55- bis 74-Jährigen haben einen Laptop oder PC.

  • Smartphones: 81 Prozent der Babyboomer besitzen ein Smartphone. Im Vergleich zu 2016 ist deren Verbreitung bei den Babyboomern um 25 Prozent und damit doppelt so stark wie im altersübergreifenden Durchschnitt gestiegen.

  • eReader: Eine bemerkenswerte Ausnahme stellen eReader dar. Seit 2016 ist deren Verbreitung bei Babyboomern um fünf Prozentpunkte auf 25 Prozent gestiegen.
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  • Soziale Medien und digitale Kommunikationskanäle: Die Babyboomer sind bei sozialen Medien und digitalen Kommunikationskanälen deutlich aufgeschlossener.
  • Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Messenger-Dienst WhatsApp. Hier liegt der Nutzeranteil bei den 55- bis 74-Jährigen mit 83 Prozent nur noch unwesentlich unter dem altersübergreifenden Durchschnitt von 88 Prozent1.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese technologischen Entwicklungen nicht nur die Babyboomer-Generation beeinflusst haben, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes. 

Technologische Fortschritte haben die Art und Weise, wie wir arbeiten, lernen und kommunizieren, grundlegend verändert

*Die Informationen über technologische Entwicklungen wurde mit KI erstellt: 



Mangelnde Informationen über ältere Menschen

74 Prozent der Befragten überschätzen den Anteil der älteren Menschen über 70 Jahre in der Bevölkerung erheblich.

Am häufigsten wurde er auf 30 Prozent geschätzt – obwohl er bei rund 18 Prozent liegt.

 

Da ist ein verzerrtes Bild auch durch die Medien entstanden. Viele negative Presseberichte verzerren das Bild über den Einfluss von älteren Menschen auf die Gesellschaft. Auch bin Bezug auf Renten wird teilweise ein Feindbild geschaffen, dass Generationen trennt und fehl informiert.

 


•81 Prozent schätzen den Anteil der in Pflegeheimen lebenden Menschen über 70 Jahre viel höher, als er tatsächlich ist.


Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2019 waren es etwa 6 Prozent. Die Antworten der Befragten reichten von 10 bis hin zu 98 Prozent. Hier zeigt sich ein Mangel an Basiswissen über den demografischen Wandel in Deutschland und es wird deutlich, dass häufig die Befähigung älterer Menschen, selbstständig zu leben, unterschätzt wird.

Altersgrenzen von PersonalerInnen im Kopf

Obwohl Facharbeitermangel herrscht, habe es Menschen über 50 immer noch schwer einen Job zu bekommen. Welche Konsequenzen dies für die Lebensqualität hat, das können viele nicht ahnen. 

 

Dabei brauchen auch Menschen in der Personalwirtschaft eine Auffrischung ihres Mindsets. 

Denn der demografische Wandel verlangt es alle Ressourcen zu nutzen. 

 

 

Quelle: Anti diskriminierungsstelle des Bundes

Indeed Umfrage Personaler
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Kommentare: 1
  • #1

    Doris (Donnerstag, 18 Januar 2024 19:36)

    Hallo Brigitte,
    Danke für diesen mega wertvollen Beitrag mit den interessanten Zahlen, Daten und Fakten.
    Ich stimme dir absolut zu, es muss ein Umdenken stattfinden.
    Bin gespannt wie lange es noch dauert.
    Viele Grüße
    Doris

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